Stehende Ovationen für ein aktives Arbeitsprogramm

Der menschliche Körper ist gemacht, um sich zu bewegen. Wenn er sich nicht bewegt, läuft etwas ernsthaft schief. In der Tat ist die sitzende Lebensweise der Menschen heutzutage eine der größten Gesundheitsbedrohungen.

Einer von drei europäischen Arbeitnehmern leidet als Folge von stundenlangem Sitzen vor dem Computer täglich unter Beschwerden wie Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Müdigkeit. 60% behaupten, dass ihre Produktivität und Leistung beeinträchtigt wurde und 32% waren durchschnittlich zwei Wochen aus Krankheitsgründen bei der Arbeit abwesend. Das kostet europäische Unternehmen rund 73 Milliarden Euro pro Jahr.[i]

Gesundheitsprobleme durch schlechte ArbeitsplatzumgebungBei Managern und HR Teams besteht dringender Bedarf für eine proaktivere Haltung, wenn es darum geht, mehr Bewegung in den Arbeitsalltag einzubauen. Es ist Zeit, einige Standards infrage zu stellen und einige neue Verhaltensweisen zu übernehmen, sei es das Personal dazu anzuregen, alle 20 Minuten aufzustehen und sich zu bewegen, oder daran zu erinnern, mindestens zwei Stunden Stehzeit am Tag zu erreichen.

Dadurch wird weniger Personal unter Haltungsproblemen leiden – die Wurzel vieler Gesundheitsprobleme – Fehlzeiten werden reduziert und die Produktivität wird sprunghaft ansteigen. Mitarbeiter werden von mehr Energie und besserer Konzentration profitieren. Auf den Punkt gebracht: Aktives Arbeiten macht auch wirtschaftlich Sinn.

Aber wie bringt man Mitarbeiter dazu? Zugegeben, es ist einfach, sie von den gesundheitlichen Vorteilen zu überzeugen. Aber nur weil wir wissen, dass es gut für uns ist, bedeutet das noch nicht, dass wir es sofort umsetzen werden. Menschen brauchen Zeit, sich eine völlig neue Arbeitsweise zur Gewohnheit zu machen. So ist einfach die menschliche Natur.

Untersuchungen von Fellowes zufolge, möchten 68%[ii] der Mitarbeiter ihren Arbeitsalltag aktiver gestalten, wünschen sich jedoch einen Anstoß von ihrem Arbeitgeber. 73%[iii] der Arbeitnehmer stimmen zu, dass Gesundheitsansätze am Arbeitsplatz proaktiv, präventiv und langfristig sein müssen, anstatt kurzfristig auf schnelle Lösungen bedacht.

Geduld und Ausdauer sind entscheidend, wenn es darum geht, Ergebnisse zu erzielen. Eine im Jahr 2009 vom University College London durchgeführte Studie fand heraus, dass es durchschnittlich 66 Tage dauert, um neue Gewohnheiten aufzubauen – nicht 21 Tage wie zuvor allgemein angenommen wurde.  Vor allem in den ersten paar Wochen muss eine neue aktive Arbeitsweise besonders stark verfolgt werden. Dazu gehört ein erfolgreicher Einstieg und die Schaffung einer dynamischen aktiveren Arbeitskultur, die nicht nachlässt.

Allerdings brauchen leitende Führungskräfte Beweise für die Rentabilität im Arbeitsplatz-Management und die Vorteile eines aktiveren Arbeitsplatzes, bevor sie sich dafür einsetzen. Mehr als ein Viertel der Führungskräfte bestätigen, dass sie Unterstützung brauchen, um tatsächlich die Ergebnisse von mehr Produktivität und Qualität zu sehen.[iv]

Also, legen Sie los mit einem neuen aktiven Arbeitsprogramm – vergessen Sie jedoch nicht gegenüber den Beteiligten hinsichtlich Nutzen und Fortschritt transparent zu agieren. Wenn die Geschäftsleitung nach Ergebnissen sucht, steuern Sie ihre Erwartungen. Seien Sie bei Zeitplänen realistisch und klar und denken Sie daran, dass das Programm ein starkes Argument für marginale Gewinne ist, die sich im Laufe der Zeit entwickeln werden.

In Wohlbefinden investieren und ROI steigernStephen Bowden, Geprüfter Ergonom, sagt dazu: „Schon kleine Verbesserungen des Wohlbefindens und der Produktivität der Mitarbeiter können erhebliche finanzielle Einsparungen bedeuten. Eine Studie hat gezeigt, dass die Einsparungen etwa neun mal höher sind als die Ausgaben für ergonomische Interventionen. Die Studie[v] hat die Anzahl an Verletzungen und Fluktuation gemessen.[vi]“  Die Studie belegt den Nutzen des Programms und zeigt, dass es besser ist, Geld in eine gesunde Belegschaft zu investieren, als die Krankheitskosten zu erdulden.

Für einen weiteren Einblick, wie sich aktives Arbeiten auf Ihren Nettogewinn auswirkt, laden Sie hier den Forschungsbericht herunter.

 

 

 

[i] Loudhouse Studie 2016, im Auftrag von Fellowes
[ii] Frankreich: 51 %; Deutschland: 68 %; Spanien: 69 %; Niederlande: 56 %;
[iii] Frankreich: 70 %; Deutschland: 71 %, Spanien: 74 %; Niederlande: 58 %
[iv] Fellowes Sitz-Steh Studie, 2017
[v] REF – Spilling, S., Eitrheim, J. und Aaras, A., 1986. Kosten-Nutzen-Analysen der Arbeitsumgebungsinvestitionen im STK-Werk in Kongsvinger. In Corlett, E.N., Wilson, J.R und Manenica, I. (Hrsg., The Ergonomics of Working Postures) London: Taylor & Francis), S. 380-397
[vi] Veerle Hermans, Belgien:
„Unterstreichen Sie die Verbindung mit der sozialen Verantwortung des Unternehmens: Wir kümmern uns um unsere Leute und das Wohlbefinden unserer Arbeiter. Wir wissen, dass Angestellte länger arbeiten müssen, deswegen ist es wichtig, auf lange Sicht Probleme zu vermeiden.
Mensch – Planet – Gewinn: Wir arbeiten an den Vorteilen für Angestellte (und dies wird sich auch auf den Gewinn auswirken, da wir gute Angestellte halten und ihnen gute Arbeitsplätze bieten, sodass sie weitermachen können)“.

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